Ich bin eine Zeitung und mache was ich will
Ich bin eine Zeitung, ich bin eine Art Klatsch-Katastrophen-Panikmachendes-Geldgeiles Blatt. Immer auf der Suche nach den traurigsten-lustigsten-geilsten-best-verkaufbaren Storys. Ich freue mich über neue interessante Storys!
Ich bin sofort dabei, ich berichte direkt als erster! Ich bin also wie die Bild und andere! Ahhh, ein neues Unglück, ohh in Belgien, uiii, viele Tote, ohhh mann viele Kinder darunter! Heftig, ich muss da hin, ich muss berichten, ich muss doch die Welt aufklären!
So, gesagt getan. Aber, ich brauche doch noch Bilder. Am besten Fotos von den verstorbenen Kindern! Ja, das wäre es. Aber woher nehmen. Ach, schauen wir mal auf der Internetseite der Schule von den verunglückten Kindern, die gingen ja alle auf die gleiche Schule.
Ja, geil, alle da. Schöööne Fotos, die nehme ich. Copy and paste. Eltern fragen: nööö, Die Schule um Genehmigung fragen, dauert zu lange. Soo ist doch gut, kann gedruckt werden. Am besten Titelseite, ganz vorne. Damit meine Zeitung im Regal auch direkt mit den Gesichtern auffällt.
Ja, so mache ich heute noch ein bisschen mehr Umsatz!
Ich bin der Sprecher der Bild und sage: “Die Redaktion habe die Bilder nicht von einer Website geklaut und definitiv die Genehmigung zum Abdruck der Bilder gehabt” Wer die Genehmigung aber gab kann ich komischer Weise nicht sagen!!! Bin ja nur der Sprecher.
Ach mist, jetzt hängt mir die flämische Medienministerin Ingrid Lieten im Rücken, sie kritisiert das ich einfach die Bilder genommen habe. Warum, ich will doch nur die Welt aufklären, was ist daran jetzt bitte so schlimm?